Adam Back weist Vorwurf zurück, Satoshi Nakamoto zu sein
Der Blockstream-CEO reagiert auf eine Untersuchung der New York Times und betont, die Anonymität des Bitcoin-Erfinders sei für das Ökosystem wichtig.
Veröffentlicht
9. April 2026

Adam Back, der CEO des Bitcoin-Infrastruktur-Unternehmens Blockstream, hat sich eindeutig von Spekulationen distanziert, er sei Satoshi Nakamoto. Seine klare Aussage „Ich bin nicht Satoshi“ auf X folgte auf einen investigativen Bericht der New York Times, der ihn aufgrund stilistischer und fachlicher Parallelen als Hauptverdächtigen für die Identität des Bitcoin-Erfinders nannte.
Der NYT-Reporter John Carreyrou stützte seine These auf Indizien wie die Verwendung britischer Schreibweisen, Ähnlichkeiten im Schreibstil und die gemeinsame Expertise im Bereich Kryptographie. Back, der bereits Jahre vor Bitcoin über digitale Währungen forschte und publizierte, wies diese Interpretation als statistisch verzerrt zurück.
Statistische Verzerrung statt Beweis
In seiner ausführlichen Erklärung argumentiert Back, seine hohe Sichtbarkeit in historischen Mailinglisten-Archiven führe zu einem Bestätigungsfehler (Confirmation Bias). „Weil ich in der Liste gesprächig war und für mein aktives Interesse an Ecash bekannt war, gibt es eine gewisse Bestätigungsverzerrung dabei, meine Kommentare häufig zu Ecash-Themen zu finden“, schrieb er. Andere Experten mit ähnlichem Wissen seien damals einfach weniger aktiv gewesen und tauchten daher in retrospektiven Analysen seltener auf.
Die sprachlichen Überschneidungen führte Back auf den gemeinsamen technischen Jargon einer kleinen Gemeinschaft von Kryptographen zurück, die seit Jahren an ähnlichen Problemen arbeiteten. Es handle sich um Zufälle, nicht um Beweise.
Anonymität als Stärke für Bitcoin
Warum das Geheimnis wichtig bleibt
Über die persönliche Zurückweisung hinaus betonte Back den systemischen Wert der Anonymität. „Ich weiß auch nicht, wer Satoshi ist, und ich denke, es ist gut für Bitcoin, dass das so ist“, stellte er klar. Diese Ungewissheit helfe dabei, Bitcoin als neue Asset-Klasse und mathematisch knappes digitales Gut zu etablieren, frei von der Personifizierung durch einen einzelnen Schöpfer. Das mysteriöse Fundament gehöre zum Narrativ und zum institutionellen Reifeprozess der Kryptowährung.
Für Anleger im DACH-Raum hat die Debatte vor allem symbolische Bedeutung. Die fortbestehende Anonymität Satoshis unterstreicht das dezentrale und herstellerunabhängige Prinzip von Bitcoin – ein Faktor, der auch bei regulatorischen Betrachtungen durch Aufsichten wie die BaFin eine Rolle spielt. Die steuerliche Behandlung von Bitcoin-Gewinnen (§ 22 EStG) bleibt davon selbstverständlich unberührt.