Genius Group verkauft Bitcoin-Treasury – Trendwende bei
Das KI-Unternehmen liquidierte seine gesamten 84 BTC, um Schulden zu tilgen. Es ist Teil einer wachsenden Zahl von Firmen, die ihre Bitcoin-Bestände abbauen.
Veröffentlicht
3. April 2026

Das an der Börse notierte KI- und Bildungsunternehmen Genius Group hat im ersten Quartal 2026 seine verbliebenen 84 Bitcoin im Wert von rund 5,7 Millionen Dollar verkauft. Laut einer Unternehmensmitteilung diente der Erlös der Schuldentilgung. Damit ist das Portfolio, das im März 2025 noch über 400 BTC umfasste, auf null gesunken.
„Das Unternehmen wird den Aufbau seiner Bitcoin-Treasury wieder aufnehmen, wenn es die Marktbedingungen für günstiger hält“, heißt es in der Erklärung. Dieser Schritt steht in einem bemerkenswerten Kontrast zur im November 2024 verkündeten „Bitcoin first“-Strategie, die vorsah, 90 % der Unternehmensreserven in der Kryptowährung zu halten.
Unternehmen reduzieren Bitcoin-Bestände
Genius Group ist kein Einzelfall. Seit Jahresbeginn haben mehrere namhafte Firmen ihre Bitcoin-Reserven deutlich reduziert oder komplett liquidiert.
Der Bitcoin-Miner MARA Holdings verkaufte im März BTC im Wert von etwa 1,1 Milliarden Dollar und rutschte damit auf Platz drei der größten Unternehmens-Treasuries ab. Das Bergbauunternehmen Bitdeer liquidierte im Februar seinen gesamten Bestand von 943 BTC. Auch die Miner Cango Inc. und die KI-Firma GD Culture Group haben in den letzten Monaten signifikante Verkäufe getätigt oder autorisiert.
Hinter den Verkäufen stehen oft pragmatische Gründe: Schuldenrückzahlung, wie bei Genius Group und MARA, oder die Finanzierung des operativen Geschäfts in einem anhaltenden Bärenmarkt. Die stark gestiegenen operativen Ergebnisse von Genius Group – ein Umsatzplus von 171 % und ein Nettogewinn von 2,7 Millionen Dollar im Q1 – unterstreichen, dass die Liquidierung nicht aus akuter Not, sondern strategisch erfolgte.
MicroStrategy setzt als Ausnahme weiter auf Akkumulation
Während viele Unternehmen verkaufen, setzt der bisher größte Player einen unveränderten Kurs. MicroStrategy unter der Führung von Michael Saylor hat seinen Kaufrausch fortgesetzt. Das Unternehmen hat in diesem Jahr bereits über 89.500 Bitcoin im Wert von etwa 6,1 Milliarden Dollar nachgekauft und dominiert damit die Käuferseite des institutionellen Marktes nahezu im Alleingang.
Ein Analyse-Bericht von BitcoinMiningStock vom März stellt fest: „Rechnet man MicroStrategy heraus, ist die Kaufgeschwindigkeit des restlichen Ökosystems zusammengebrochen.“ Diese Diskrepanz zeigt eine zunehmende Polarisierung: Während die Mehrheit der Firmen in der aktuellen Marktphase vorsichtig ist oder Bestände abbaut, verdoppelt MicroStrategy seine langfristige Wette auf Bitcoin.
Für Anleger im DACH-Raum ist diese Entwicklung vor allem aus steuerlicher Sicht beobachtenswert. Verkäufe aus dem Unternehmensschatz können je nach Rechtsform und Haltefrist steuerliche Konsequenzen haben, während der reine Besitz von Bitcoin in einer Firmen-Treasury hierzulande weiterhin eine komplexe bilanzielle und steuerliche Herausforderung darstellt.