Bitcoin schließt ersten Monat seit September mit Plus
Die Kryptowährung stieg im April um 12,2 Prozent. Rückenwind kommt von institutionellen Käufern – ETF-Zuflüsse und MicroStrategy kurbeln die Erholung an.
Veröffentlicht
3. Mai 2026

Der Bitcoin hat den April mit einem Plus von 12,2 Prozent beendet – der erste positive Monatsabschluss seit September des Vorjahres. Zugleich ist es der stärkste monatliche Zuwachs seit April 2025, als die Kryptowährung nach Trumps Liberation Day um knapp 15 Prozent zugelegt hatte. Damals wie heute war die Erholung breit getragen – und doch grundverschieden in ihrer Triebfeder.
Institutionelle Käufer zurück
Anders als vor einem Jahr kommt der Schub dieses Mal nicht von politischen Ankündigungen, sondern von institutionellen Investoren. Die Spot-ETFs auf Bitcoin in den USA verzeichneten im April Nettozuflüsse von rund 2,5 Milliarden Dollar – doppelt so viel wie im März und der erste Anstieg nach vier Monaten mit Abflüssen.
Parallel dazu hat MicroStrategy, der größte Firmenhalter von Bitcoin, im April rund 4,1 Milliarden Dollar in die Kryptowährung investiert – der höchste monatliche Zukauf seit einem Jahr. Javier Pastor, Direktor für institutionelle Bildung bei Bit2Me, ergänzt:
„Wir sehen, wie traditionelle Akteure wie Goldman Sachs beginnen, Positionen aufzubauen, zusammen mit anderen Institutionen, die weiter akkumulieren. Hinzu kommt eine Wiederbelebung der Käufe von BlackRock.“
Trotz Rallye: Noch kein Trendwechsel
Durch die April-Rallye hat der Bitcoin seine Jahresverluste auf 12,7 Prozent reduziert – nach zwischenzeitlich über 28 Prozent Minus. In den letzten Wochen erreichte der Kurs kurzzeitig 78.500 Dollar und markierte damit ein Hoch seit Anfang Februar.
Dennoch warnt José María Rodríguez, technischer Analyst der spanischen Wirtschaftszeitung EXPANSIÓN: Das Überschreiten der fallenden Widerstandslinie sei noch kein klares Signal für einen Trendwechsel. Entscheidend sei erst die Schließung des Abwärts-Gaps vom Februar bei 84.560 Dollar. Auch Ethereum müsse dafür sein Gap bei 2.709 Dollar schließen.
Zwei Szenarien für die kommenden Monate
Pastor skizziert zwei gegensätzliche Entwicklungen: Ein erneuter Einbruch sei möglich, falls sich die geopolitische Lage zwischen Iran und den USA weiter zuspitze. Umgekehrt könne eine Entspannung der Spannungen einen neuen Aufwärtsimpuls geben.
Die Vermögensverwaltung A&G setzt auf das zweite Szenario. Román González, Produktspezialist bei A&G, verweist auf die strukturelle Angebotsverknappung durch den Halving, den anhaltenden Zufluss institutionellen Kapitals und die wachsende Adoption. Seine Prognose:
„Wir rechnen damit, dass Bitcoin bis Ende des Jahres neue Allzeithochs markieren wird. Die aktuellen Niveaus sind aus unserer Sicht eine historische Akkumulationsgelegenheit.“
Das Rekordhoch liegt bei 125.000 Dollar vom Oktober 2025 – ein potenzielles Plus von über 60 Prozent. Auch Pastor hält einen Angriff auf die 100.000-Dollar-Marke für realistisch. Als entscheidend nennt er die regulatorische Entwicklung in den USA, die ein „Wendepunkt“ für digitale Assets sein könnte.
Das regulatorische Umfeld im Blick
Der April hat gezeigt, dass institutionelles Geld den Bitcoin aus dem Tief ziehen kann – doch die Rallye bleibt fragil. Für Anleger hierzulande ist vor allem die steuerliche Einordnung relevant: Kursgewinne aus Kryptowährungen bleiben nach der Ein-Jahres-Haltefrist steuerfrei (§ 23 EStG). Wer jetzt auf steigende Kurse setzt, sollte die Frist im Blick behalten – und die geopolitischen Risiken nicht unterschätzen.