Bitcoin-Miner verkaufen Rekordmenge von 32.000 BTC im ersten
Der Verkaufsdruck ist größer als während der Bärenmarktphase 2022. Ursache ist ein historisch niedriger Hashprice, der viele Unternehmen in die Verlustzone drängt.
Veröffentlicht
17. April 2026

Im ersten Quartal 2026 haben börsennotierte Bitcoin-Miner mehr als 32.000 BTC verkauft – eine Menge, die die Gesamtverkäufe aller vier Quartale des Jahres 2025 übertrifft. Damit wurde sogar der bisherige Rekord aus dem zweiten Quartal 2022 übertroffen, als nach dem Zusammenbruch von Terra-Luna rund 20.000 BTC auf den Markt kamen.
Zu den verkaufenden Unternehmen zählen laut Berichten große Player wie Marathon Digital (MARA), CleanSpark, Riot Platforms und Core Scientific. Der massive Ausverkauf ist eine direkte Reaktion auf den extremen wirtschaftlichen Druck, unter dem die gesamte Bergbauindustrie aktuell steht.
Hashprice auf Rekordtief drückt Profitabilität
Die zentrale Kennzahl für die Rentabilität des Minings, der sogenannte Hashprice, befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Aktuell liegt er bei etwa 33 US-Dollar pro Petahash pro Sekunde und Tag (PH/s). Diese Schwelle markiert für viele Miner, insbesondere solche mit älterer Hardware, die Break-Even-Grenze. Schätzungen von CoinShares zufolge operieren derzeit etwa 20% der Mining-Industrie im unprofitablen Bereich.
Der anhaltende Preisverfall wird durch eine steigende globale Hashrate, sinkende Blockbelohnungen und makroökonomische Widrigkeiten verstärkt. „Wir erwarten eine weitere Kapitulation von Hochkosten-Betreibern in der ersten Hälfte 2026, sofern sich der BTC-Preis nicht deutlich erholt“, heißt es im aktuellen Quartalsbericht des Asset-Managers.
Langfristiger Trend: Schrumpfende Bitcoin-Bestände der Miner
Der Trend ist kein kurzfristiges Phänomen. Die aggregierten Bitcoin-Bestände aller Miner, der sogenannte Bitcoin Miner Reserve, sinkt seit 2023 kontinuierlich. Wurden Ende 2023 noch über 1,86 Millionen BTC gehalten, sind es aktuell nur noch etwa 1,8 Millionen. Während Miner traditionell einen Teil ihrer Einnahmen verkaufen, um Betriebskosten zu decken, zwingt sie die aktuelle Marktlage dazu, auch Bestände aus ihren Unternehmensschatullen zu liquidieren, die sie sonst gehalten hätten.
Kontrast: Treasury-Unternehmen kaufen weiter
In scharfem Kontrast zum Verhalten der Miner stehen Bitcoin-Treasury-Unternehmen wie MicroStrategy. Deren Mitgründer Michael Saylor deutete erst diese Woche erneut weitere Käufe an, während der Bitcoin-Preis von seinem lokalen Hoch bei über 73.000 US-Dollar korrigierte. Die Strategie der langfristigen Akkumulation durch solche Unternehmen steht somit dem kurzfristigen Liquidationsdruck der Miner gegenüber.
Für Anleger im DACH-Raum unterstreicht diese Entwicklung die Volatilität und Zyklizität des Bitcoin-Mining-Sektors. Die steuerliche Behandlung von Verkäufen durch Miner – und potenziell daraus resultierende Kursbewegungen – bleibt für private Halter relevant, insbesondere im Hinblick auf die Spekulationsfrist und Jahresfreigrenze.