Bitcoin-ETFs erleben massive Abflüsse: 1,7 Mrd. Dollar in fünf
Die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin scheint nachzulassen. Während die großen BTC- und ETH-ETFs Milliarden verlieren, profitiert der Solana-ETF.
Datum
26. Januar 2026

Key Takeaways:
- US-Bitcoin-ETFs verzeichneten fünf Tage in Folge Netto-Abflüsse von insgesamt 1,72 Milliarden US-Dollar.
- Selbst der größte Fonds, BlackRocks IBIT, erlebte tägliche Abflüsse.
- Während BTC und ETH leiden, zieht der Solana-ETF weiterhin Kapital an.
- Die Analyseplattform Santiment sieht Anzeichen für eine mögliche Bodenbildung, rät aber zu Geduld.
Anhaltende Abflüsse belasten den Bitcoin-Markt
Die anfängliche Euphorie um die US-Spot-Bitcoin-ETFs scheint einer Phase der Ernüchterung gewichen zu sein. Nach Daten von SoSoValue verzeichneten die elf großen Fonds in den letzten fünf Handelstagen durchgängig Netto-Abflüsse von institutionellem Kapital. Mit einem Gesamtvolumen von 1,72 Milliarden Dollar markiert dies eine der längsten und heftigsten Abfluss-Serien seit dem Start der Produkte im Januar 2024.
Der Mittwoch lastete besonders schwer auf dem Markt, als allein 709 Millionen Dollar die ETFs verließen. Die Abflüsse verlangsamten sich zwar zum Wochenende hin, blieben aber mit weiteren 136 Millionen Dollar an Donnerstag und Freitag negativ. Diese Entwicklung stellt eine scharfe Kehrtwende zur Vorwoche dar, in der noch 1,4 Milliarden Dollar neues Kapital eingeflossen waren.
BlackRock-Fonds und Bitcoin-Kurs unter Druck
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei BlackRocks IBIT, dem mit Abstand größten Bitcoin-ETF. Der Fonds, der lange als unerschütterlicher Zufluss-Kanal galt, verzeichnete an jedem der vier Handelstage der vergangenen Woche Abflüsse. Dies deutet auf eine breitere Verunsicherung unter institutionellen Anlegern hin.
Der Bitcoin-Kurs reagierte vergleichsweise robust auf die Nachrichten und notierte zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei rund 88.571 Dollar. Damit bleibt die Kryptowährung trotz der ETF-Abflüsse in der Wochenbetrachtung im Plus. Die magische 100.000-Dollar-Marke wurde jedoch seit Mitte November nicht mehr erreicht.
Santiment: „Phase der Unsicherheit“ – aber Hoffnungsschimmer
Die Analyseplattform Santiment beschreibt die aktuelle Marktstimmung in einem Wochenbericht als „eine Phase der Unsicherheit“. Demnach ziehen sich Kleinanleger zurück, während Geld und Aufmerksamkeit vorübergehend zu traditionelleren Anlageklassen fließen.
„Gleichzeitig deuten leisere Signale wie die Verteilung der Bestände und das Fehlen von sozialem Getöse darauf hin, dass sich möglicherweise ein Boden bildet“, so Santiment. „Der beste Zug ist wahrscheinlich Geduld.“
Trotz der jüngsten Rückschläge bleibt die Gesamtbilanz der Bitcoin-ETFs beeindruckend positiv. Seit ihrem Start sammelten sie kumulierte Netto-Zuflüsse von 56,5 Milliarden Dollar und verwalten ein Gesamtvermögen von etwa 116 Milliarden Dollar.
Ether-ETFs leiden, Solana-ETF glänzt
Die Abkehr von Krypto-ETFs beschränkt sich nicht auf Bitcoin. Auch die Spot-Ether (ETH)-ETFs erlitten in der vergangenen Woche Abflüsse von über 611 Millionen Dollar.
Ein klarer Gewinner der Woche ist dagegen der Solana (SOL)-ETF. Während die großen Brüder bluten, setzte der Solana-Fonds seine Erfolgsserie fort und zog im selben Zeitraum 9,6 Millionen Dollar an neuem Kapital an. Dies unterstreicht, wie selektiv institutionelles Kapital derzeit vorgeht und nach alternativen Narrativen innerhalb des Krypto-Ökosystems sucht.
Die anhaltenden Abflüsse werfen Fragen zur nachhaltigen institutionellen Nachfrage auf. Ob es sich um eine vorübergehende Korrektur oder den Beginn einer längerfristigen Trendwende handelt, wird der Markt in den kommenden Wochen zeigen müssen.