Bitcoin nähert sich historischem Boden – PnL-Index gibt Signale
Der 365-Tage-Durchschnitt des Bitcoin PnL-Index fällt – in der Vergangenheit folgten Tiefststände, wenn der Indikator ins Negative rutschte. Aktuell notiert Bitcoin bei rund 61.700 US-Dollar.
Veröffentlicht
12. Juni 2026

Ein etablierter On-Chain-Indikator, der Bitcoin-Bewertungen bündelt, zeigt einen anhaltenden Abwärtstrend. Die 365-Tage-Linie des Bitcoin PnL-Index fällt seit dem vierten Quartal 2025 – ein Zeichen für den anhaltenden Bärenmarkt. Historisch betrachtet markierten solche Phasen jedoch nicht sofort den Boden.
Was der PnL-Index misst
Der Index kombiniert drei zentrale Kennzahlen: das MVRV-Verhältnis, den NUPL (Net Unrealized Profit/Loss) sowie die realisierten Gewinne und Verluste von Lang- und Kurzzeithaltern (SOPR). Während MVRV und NUPL nicht realisierte Positionen abbilden, erfasst der SOPR tatsächlich getätigte Transaktionen. Daraus entsteht ein aggregiertes Bild der Marktstimmung.
Aktuell liegt der 365-Tage-Durchschnitt zwar im Minus – aber noch oberhalb der roten Zone. In früheren Zyklen fielen die Kurse erst dann auf den absoluten Tiefpunkt, als der Indikator selbst negativ wurde. Das könnte auch diesmal der Fall sein, auch wenn es eine Besonderheit gibt.
Ein ungewöhnlicher Zyklus
Anders als in den Jahren 2018 oder 2022 zeigte der PnL-Index in diesem Zyklus nicht einen, sondern zwei etwa gleich große Spitzen – korrespondierend mit den Hochs im ersten und vierten Quartal 2025. Ob das Abwärtsmuster daher ähnlich verläuft wie in der Vergangenheit, ist ungewiss. Jedenfalls hat der Markt bislang noch nicht jenes Niveau erreicht, das aus Index-Sicht als undervalued gelten würde.
Kurzfristige Anleger unter Druck
Parallel dazu geraten spezifische Investorengruppen zunehmend unter Druck. Besonders augenfällig ist die Lage der sogenannten Short-Term Holder Whales – also jener Adressen mit mindestens 1.000 Bitcoin, die ihre Münzen innerhalb der vergangenen 155 Tage erworben haben. Laut dem Analysten Maartunn belaufen sich deren nicht realisierte Verluste auf rund 16,4 Milliarden US-Dollar – der höchste Stand dieses Zyklus.
„Short-Term Holder Whales sitzen nun auf -16,4 Milliarden US-Dollar an nicht realisierten Verlusten – dem tiefsten Stressniveau dieses Zyklus“, so Maartunn.
Ausblick und Bedeutung für Anleger
Bitcoin notierte zuletzt bei rund 61.700 US-Dollar, ein Minus von über sechs Prozent binnen sieben Tagen. Dass sich der PnL-Index weiter abkühlt, könnte eine notwendige – wenn auch nicht hinreichende – Bedingung für eine nachhaltige Erholung sein. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant: Wer in der Verlustzone verkauft, kann Verluste unter bestimmten Umständen steuerlich geltend machen – vorausgesetzt, die Haltefrist von einem Jahr wurde nicht überschritten.