Bitcoin-Preis bleibt in der Range: Hebelhandel dominiert,
Analyse zeigt: Der BTC-Kurs wird von Derivaten getrieben, während frische Kapitalzuflüsse ausbleiben. Kurzfristige Halter stehen unter Druck.
Veröffentlicht
1. April 2026
Seit zwei Monaten pendelt der Bitcoin-Kurs zwischen 60.000 und 70.000 US-Dollar. Jeder Aufwärtstrend verpufft. Die Gründe liegen in einem fragilen Marktgefüge, das mehr von Futures-Positionierungen als von frischem Kapital abhängt.
Derivatehandel diktiert die Richtung
Der Markt wird derzeit von gehebelten Positionen kontrolliert. Das Verhältnis des Handelsvolumens von Perpetual Futures zum Spotmarkt an großen Börsen liegt laut Daten des Handelshauses Wintermute bei etwa dem 15-fachen. Die Funding Rates pendeln ohne klaren Trend zwischen positiv und negativ – ein Zeichen dafür, dass Futures-Händler keine eindeutige Richtungserwartung haben. Die Volatilität dieser Funding Rates ist auf 2,9 % gesunken, was auf kleinere Swing-Trades und eine allgemeine Unsicherheit hindeutet. Kurzum: Der Markt bewegt sich in engen Ranges, getrieben von kurzfristigem und unentschlossenem Leverage.
Fehlende Spotnachfrage belastet den Markt
Während Derivate dominieren, fehlt es an fundamentaler Nachfrage im Spotmarkt. Die sogenannte „Apparent Demand“ – ein Maß für die Netto-Akkumulation – liegt über 30 Tage bei minus 60.000 BTC. Es werden also mehr Coins abgestoßen als gekauft. Ein weiteres Alarmzeichen: Die Zuflüsse von Stablecoins auf Spot-Börsen, oft ein Indikator für künftige Kaufkraft, belaufen sich auf nur etwa 452 Millionen US-Dollar. Dieses Niveau markiert ein Zwei-Jahres-Tief und zeigt, dass kaum neues Kapital in den Markt strömt.
Kurzfristige Halter unter Stress
Besonders unter Druck stehen kurzfristige Halter, die ihre Coins in den letzten Monaten erworben haben. Ihr durchschnittlicher Einstiegspreis (Realized Price) liegt bei etwa 85.800 US-Dollar. Da Bitcoin deutlich darunter notiert, sitzen viele auf unrealisierten Verlusten. Zwei Metriken untermauern den anhaltenden Stress: Der Spent Output Profit Ratio (SOPR) für kurzfristige Halter liegt seit über 110 Tagen unter 1,0. Das bedeutet, dass diese Gruppe ihre Coins konsequent mit Verlust verkauft. Zudem ist die jährliche Veränderung ihres Realized Price erstmals seit dem Bärenmarkt 2022 negativ (-5,35 %). Diese anhaltenden Verluste erhöhen den Verkaufsdruck bei jedem kleinen Aufwärtstrend und begrenzen so das Kurspotenzial.
Die aktuelle Konstellation aus schwacher Spotnachfrage und einem von unentschlossenen Hebelhändlern dominierten Markt erklärt die anhaltende Volatilität innerhalb der bekannten Range. Für Anleger im DACH-Raum unterstreicht diese Situation die Bedeutung einer langfristigen, auf fundamentale Faktoren ausgerichteten Strategie, die kurzfristige Marktgeräusche ausblenden kann.