Bitcoin stürzt auf Zwei-Monatstief: 1,5 Milliarden Dollar
Geopolitische Spannungen und ein Großverkauf des Investors Strategy setzen den Kurs massiv unter Druck. Die größte Löschwelle seit Februar hinterlässt tiefe Spuren im Krypto-Markt.
Veröffentlicht
3. Juni 2026

Bitcoin ist am Dienstag auf den tiefsten Stand seit über zwei Monaten gefallen. Der Kurs brach um bis zu sieben Prozent ein und unterschritt die Marke von 67.000 Dollar. Es ist der schwerste Rückschlag für die älteste Kryptowährung seit dem Einbruch im April, als Bitcoin kurzzeitig unter die 70.000-Dollar-Marke rutschte.
Doch diesmal traf es den gesamten Markt mit voller Wucht.
Liquidationswelle mit Ansage
In den vergangenen 24 Stunden wurden auf den Krypto-Handelsplattformen Positionen im Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar liquidiert. Allein auf Bitcoin entfielen davon etwa 800 Millionen Dollar. Das ist die größte Löschwelle seit Februar 2025. Besonders betroffen waren gehebelte Long-Positionen, die bei starken Kursverlusten zwangsweise geschlossen werden.
Die Gewalt des Ausverkaufs erinnert an die Turbulenzen des vergangenen Jahres. Damals wie heute ist die Ursache weniger ein fundamentaler Shift im Tech-Sektor, sondern ein plötzlicher Schock von außen – diesmal kombiniert mit einem milliardenschweren Verkauf.
Zwei Auslöser, ein Abverkauf
Marktbeobachter nennen zwei zentrale Treiber für die jüngste Abwärtsbewegung. Die geopolitischen Risiken um den Iran haben zuletzt wieder zugenommen. Die zunehmende Unsicherheit veranlasst Anleger weltweit, Risikopositionen abzubauen – Kryptowährungen stehen dabei traditionell ganz oben auf der Streichliste.
Hinzu kommt: Strategy, einer der bekanntesten und größten institutionellen Bitcoin-Investoren, hat offenbar mit dem Verkauf von Bitcoin begonnen. Bislang galt Strategy als einer der treuesten Halter der Kryptowährung mit einem gigantischen Bestand. Ein Teilverkauf eines so prominenten Players kann schnell Kettenreaktionen auslösen, da er als Signal für einen Stimmungsumschwung unter den Großinvestoren gewertet wird.
„Das Volumen der Long-Liquidationen spricht Bände. Wenn selbst strategische Langzeitinvestoren wie Strategy Teilverkäufe tätigen, geraten die Bullen unter Beschuss“, kommentierte ein Händler auf der Plattform X.
Nächste Unterstützung unter Druck
Mit dem Durchbruch der 67.000 Dollar rückt nun die nächste psychologische Marke bei 65.000 Dollar in den Fokus. Ein tieferer Fall dorthin wäre der nächste Test für den Markt, der seit dem Spitzenwert von über 73.000 Dollar im Mai kontinuierlich an Momentum verloren hat.
Die technische Chartstruktur zeigt eine abwärts gerichtete Bewegung. Händler beobachten genau, ob der Bereich zwischen 65.000 und 66.000 Dollar als Support hält. Ein Bruch darunter könnte den Weg in Richtung der 60.000-Dollar-Marke öffnen.
Sollte der Markt dort stabilisieren, wäre das ein positives Signal. Allerdings dürften die geopolitischen Risiken in den kommenden Tagen bestimmend bleiben. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant: Wer Bitcoin innerhalb der einjährigen Haltefrist verkauft, realisiert steuerpflichtige Gewinne – oder Verluste, die mit anderen Gewinnen verrechnet werden können.
Derzeit bleibt die Frage, ob es sich um einen scharfen, aber temporären Einbruch handelt – oder den Beginn einer tieferen Korrektur.