Ex-CEO von Goliath Ventures entschuldigt sich für mutmaßliches
Christopher Delgado gesteht im TV-Interview, Anleger um Millionen betrogen zu haben – darunter Lehrer und Feuerwehrleute. Nur 160.000 Dollar waren noch übrig.
Veröffentlicht
14. Mai 2026

Ein ehemaliger Krypto-Unternehmer bittet öffentlich um Vergebung. Christopher Delgado, bis zur Pleite CEO von Goliath Ventures, gab einem lokalen US-Fernsehsender ein Interview – und entschuldigte sich bei den Anlegern, die ihm ihr Geld anvertraut hatten. „Ich habe sie enttäuscht“, sagte Delgado. Die Zahl der Geschädigten ist groß, die Summen sind es auch.
Hausarrest auf 11.000 Quadratmetern
Delgado sitzt nicht im Gefängnis, aber er ist auch nicht frei. Gegen Kaution aus der Haft entlassen, lebt er unter Hausarrest auf einem 11.000 Quadratfuß großen Anwesen in Florida – ausgestattet mit einer Fußfessel. Die US-Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, genau diese Immobilie mit Investorengeldern gekauft zu haben. Insgesamt sollen vier Grundstücke in Florida für rund 14,5 Millionen Dollar aus den Taschen der Anleger finanziert worden sein.
Die Opfer seien keine risikofreudigen Spekulanten gewesen, berichten US-Medien übereinstimmend. Unter den Anlegern fänden sich Krankenschwestern, Lehrer, Feuerwehrleute und Rentner – Menschen, die auf der Suche nach sicheren monatlichen Renditen waren. Delgado hatte ihnen angeblich konstante Gewinne aus Krypto-Liquiditätspools versprochen. Ein Anleger verlor rund 720.000 Dollar. Ihm sei garantiert worden, das Geld jederzeit abziehen zu können.
„Sie haben ihr Vertrauen in mich gesetzt, und ich habe sie enttäuscht.“ – Christopher Delgado im TV-Interview
Nur 160.000 Dollar übrig
Die Bundesanwaltschaft datiert das mutmaßliche Schneeballsystem von Januar 2023 bis Januar 2026. In dieser Zeit sollen Gelder der Goliath Ventures nicht nur in Immobilien geflossen sein, sondern auch in aufwendige Firmenfeiern, Weihnachtspartys und Luxusreisen. Delgado räumte im Interview ein, dass die Firma „astronomische“ Summen an die Anleger ausgezahlt habe – ein klassisches Merkmal von Ponzi-Systemen, bei denen frühe Anleger mit dem Geld späterer Investoren bedient werden.
Als die Behörden ihn festnahmen, befanden sich auf dem Bankkonto von Goliath Ventures den Angaben zufolge noch genau 160.000 Dollar. Ein Bruchteil der Millionen, die investiert worden waren.
JPMorgan im Visier der Anleger
Der Fall weitet sich aus. Im März reichte eine Gruppe geschädigter Anleger eine Sammelklage gegen die Großbank JPMorgan Chase ein. Die Vorwürfe: Die Bank habe eine zentrale Rolle beim Transfer der Gelder gespielt. Laut Klageschrift sollen zwischen Januar 2023 und Juni 2025 insgesamt 253 Millionen Dollar auf ein JPMorgan-Konto eingezahlt worden sein. Davon seien etwa 123 Millionen Dollar später an Goliath-Wallets bei Coinbase weitergeleitet worden. Die Bank hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht abschließend geäußert.
Für Anleger im deutschsprachigen Raum bleibt der Fall ein Lehrstück: Versprechungen von garantierten Renditen in Krypto-Liquiditätspools sollten stets kritisch hinterfragt werden. Die regulatorische Unsicherheit und das Fehlen einer Einlagensicherung machen solche Investments zu Hochrisikoprodukten. Die steuerliche Einordnung möglicher Verluste aus solchen Schemes – etwa als Spekulationsverlust oder uneinbringliche Forderung – bleibt auch für deutsche Anleger ein relevantes Thema.