US-Bürger wegen Krypto-Waschmasche für 100-Millionen-Dollar-Betru
Geoffrey K. Auyeung half ausländischen Drahtziehern, Anleger um fast 100 Millionen Dollar zu erleichtern – und wurde nun zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Veröffentlicht
10. Juni 2026

Ein Fall, der exemplarisch für die zunehmende Instrumentalisierung von Kryptowährungen durch organisierte Betrugsnetzwerke steht: Geoffrey K. Auyeung, ein 47-jähriger Mann aus dem Raum Seattle, wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Der US-Justiz zufolge half er ausländischen Betrügern, Beute im Wert von knapp 100 Millionen US-Dollar zu waschen – und kassierte dafür Millionen an Provisionen.
Von Öl-Investments in die Krypto-Waschmaschine
Die Masche war simpel, aber effektiv. Zwischen Juni 2022 und Juli 2024 überzeugten die Drahtzieher ihre Opfer, ihnen Geld mit dem Versprechen zu überweisen, diese Summe in Öl- und Gasprojekte zu investieren. Doch statt in Bohrlöcher floss das Geld direkt in die Konten von Auyeung. Der wiederum leitete die Zahlungen umgehend an Kryptobörsen wie Gemini, Bitstamp oder Coinbase weiter und tauschte sie dort in Bitcoin, Ethereum sowie die Dollar-Stablecoins USDT und USDC.
„Mr. Auyeung ermöglichte einen Betrug, der von anderen entwickelt wurde, und stahl Investorengelder, während er sie mit Versprechungen über ein seriöses Treuhandkonto in Sicherheit wiegte“, erklärte Neil Floyd, First Assistant U.S. Attorney, in einer Stellungnahme.
Besonders dreist: Selbst nach seiner Anklage und Festnahme kommunizierte Auyeung heimlich weiter mit seinen Komplizen und ließ sich die illegalen Gebühren über die Konten seiner Frau auszahlen. Insgesamt gingen auf Auyeungs Konten innerhalb von zwei Jahren 97,1 Millionen Dollar an Überweisungen und Einzahlungen ein – nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ausschließlich Betrugserlöse.
Millionen kassiert, Milliarden verloren
Auyeung kassierte für seine Dienste mindestens 4 Millionen Dollar Provision. Im Zuge des Urteils muss er nun Vermögenswerte in Höhe von über 9 Millionen Dollar abgeben: darunter 2,3 Millionen Dollar von Bankkonten, 7,1 Millionen Dollar aus Krypto-Wallets sowie einen PKW. Der Großteil der Kryptotoken, so die Ermittler, wurde schließlich auf die weltgrößte Börse Binance transferiert – die Opfer hörten danach nie wieder von den Tätern.
Das Urteil ist ein weiteres Signal, dass die US-Justiz bei der Verfolgung von Krypto-gestützter Geldwäsche zunehmend härter durchgreift. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche und regulatorische Einordnung solcher Fälle relevant: Werden Kryptowerte wie hier als Vehikel für Straftaten genutzt, gerät der gesamte Markt unter verschärfte Beobachtung – auch durch die BaFin und im Rahmen der MiCA-Verordnung der EU.