Morgan Stanley startet Bitcoin-Trust mit Rekord-Tiefstgebühr
Der Finanzriese tritt mit einer Managementgebühr von nur 0,14% in den Wettbewerb um Bitcoin-ETFs ein und setzt neue Maßstäbe bei den Kosten.
Veröffentlicht
11. April 2026
Die Konkurrenz im Markt für börsengehandelte Bitcoin-Produkte wird härter. Mit dem Morgan Stanley Bitcoin Trust (MSBT) steigt einer der größten Vermögensverwalter der Welt in das Rennen ein – und setzt mit einer Managementgebühr von lediglich 0,14% einen neuen Kostensenkungsrekord.
Die Gebühr unterbietet nicht nur den bisherigen Spitzenreiter, den Bitcoin Mini Trust von Grayscale (0,15%), sondern liegt auch deutlich unter der 0,25%-Gebühr des marktführenden iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock. Damit positioniert sich Morgan Stanley als kostengünstigster Anbieter in der wachsenden Familie der Bitcoin-ETPs (Exchange Traded Products).
Strategische Positionierung mit einzigartigen Vorteilen
Als erste große US-Bank, die einen eigenen Bitcoin-ETF lanciert, verfügt Morgan Stanley über einen klaren Vertriebsvorteil. Das Unternehmen kann sein riesiges Netzwerk von über 16.000 Finanzberatern nutzen, die gemeinsam Vermögen von mehr als sechs Billionen US-Dollar verwalten. Dieser direkte Zugang zu vermögenden Privatkunden stellt eine mächtige Vertriebsschiene dar, die reine ETF-Anbieter wie BlackRock oder Fidelity in dieser Form nicht besitzen.
Der Schritt ist eine logische Weiterentwicklung. Morgan Stanley ermöglichte seinen Kunden bereits seit 2021 den Zugang zu Bitcoin- und Ethereum-Fonds über ausgewählte Plattformen. Mit einem eigenen, kostengünstigen Produkt festigt die Bank nun ihre Position als Full-Service-Anbieter im digitalen Asset-Bereich.
Auswirkungen auf den ETF-Markt und Anleger
Der Eintritt eines weiteren Finanzschwergewichts und der damit verbundene Gebührenwettbewerb sind ein klares Zeichen für die zunehmende Reife und Institutionalisierung des Kryptomarktes. Für Anleger bedeutet dies mehr Auswahl und niedrigere Kosten, was langfristig die Renditechancen verbessert.
Die Bewegung kommt zu einer Zeit, in denen die Netto-Zuflüsse in die großen Bitcoin-ETFs nach den anfänglichen Rekorden etwas nachgelassen haben. Ein neues, aggressiv bepreistes Produkt eines vertrauten Namens könnte frischen Schwung in den Markt bringen.
Für Anleger im DACH-Raum bleibt die steuerliche Behandlung von ausländischen ETPs komplex. Während in Deutschland gehandelte, physisch hinterlegte Bitcoin-ETCs nach einer einjährigen Haltefrist steuerfrei sind, gilt dies nicht automatisch für alle US-ETPs. Eine genaue Prüfung der steuerlichen Einordnung ist daher unerlässlich.