Michael Saylors Strategy verkauft erstmals seit 2022 Bitcoin
Das Unternehmen veräußerte 32 BTC für 2,47 Millionen Dollar – ein Bruch mit dem „Never sell“-Credo des Bitcoin-Evangelisten.
Veröffentlicht
4. Juni 2026

Michael Saylors Strategy (ehemals MicroStrategy) hat erstmals seit 2022 wieder Bitcoin abgestoßen. Der weltweit größte institutionelle Halter der Kryptowährung verkaufte 32 BTC im Wert von rund 2,47 Millionen Dollar. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor.
Der Schritt überrascht, denn Saylor galt jahrelang als kompromissloser Bitcoin-Befürworter mit dem Credo „Never sell your Bitcoin“. Tatsächlich kündigte er einen möglichen Verkauf jedoch bereits in einer Telefonkonferenz an: Man werde „wahrscheinlich etwas Bitcoin verkaufen, um eine Dividende zu finanzieren – einfach um dem Markt zu zeigen, dass wir es getan haben.“
Erster Verkauf seit Dezember 2022
Es ist der erste Bitcoin-Verkauf von Strategy seit Dezember 2022. Damals veräußerte die Tochtergesellschaft MacroStrategy 704 BTC für rund 11,8 Millionen Dollar. Der aktuelle Verkauf ist im Vergleich dazu klein, aber symbolisch bedeutsam.
Auffällig: Saylor selbst, sonst auf X (ehemals Twitter) regelmäßig mit wöchentlichen BTC-Kaufankündigungen präsent, schwieg diesmal weitgehend. Die Stille dürfte als taktische Zurückhaltung zu werten sein – ein Signal an den Markt, dass der Verkauf keine strategische Kehrtwende, sondern eine punktuelle Maßnahme darstellt.
Bestand von 843.706 BTC bleibt enorm
Trotz des Verkaufs hält Strategy weiterhin 843.706 Bitcoin, die im Durchschnitt für 63,87 Milliarden Dollar erworben wurden. Zum aktuellen Kurs liegt das Portfolio bei etwa 60,3 Milliarden Dollar – ein Buchverlust von rund 3,6 Milliarden Dollar.
Strategy war 2020 das erste börsennotierte Unternehmen, das Bitcoin als zentrales Treasury-Reserve-Asset einführte. Seither hat das Unternehmen seinen Bestand kontinuierlich ausgebaut, oft über Kapitalerhöhungen und Anleihen. Dass nun ein kleiner Teil verkauft wurde, dürfte vor allem steuerlichen und operationellen Zwecken dienen.
Für deutsche und österreichische Anleger bleibt die steuerliche Einordnung solcher Transaktionen relevant: Veräußert ein DAX-notiertes Unternehmen wie Strategy Bitcoin, unterliegen die Gewinne der Körperschaftsteuer. Für Privatanleger hierzulande gelten zudem die einjährige Haltefrist nach § 23 EStG sowie die Jahresfreigrenze von 600 Euro für private Veräußerungsgeschäfte – ein Aspekt, der bei der Nachbildung von Strategien durch Fonds oder ETFs in der DACH-Region zunehmend in den Fokus rückt.