Strategy tilgt 1,5 Mrd. Dollar an Wandelanleihen – Signal für
Michael Saylors Firma reduziert Schuldenberg um fast die Hälfte der 2029er-Tranche. Die Rückkäufe werden teils aus Bitcoin-Verkäufen finanziert – ein strategischer Schritt hin zu mehr Eigenkapital.
Veröffentlicht
17. Mai 2026

Strategy hat angekündigt, 1,5 Milliarden Dollar seiner 2029er-Wandelanleihen zurückzukaufen. Das entspricht etwa der Hälfte dieser Tranche. Die Transaktion wurde mit ausgewählten Anleihegläubigern in privaten Verhandlungen vereinbart und soll in der kommenden Woche abgeschlossen werden, wie das Unternehmen in einer SEC-Mitteilung erklärte.
Der Rückkaufpreis liegt bei geschätzt 1,38 Milliarden Dollar – ein Abschlag von rund acht Prozent auf den Nominalwert. Strategy betont, dass der endgültige Betrag je nach Marktbedingungen variieren kann. Zur Finanzierung greift das Unternehmen auf Barreserven, Erlöse aus Aktienverkäufen – und auf den Verkauf von Bitcoin zurück. Derzeit hält Strategy rund 819.000 BTC im Wert von etwa 64 Milliarden Dollar.
Ein klares Signal: Von Schulden zu Eigenkapital
Der Schritt passt in eine größere Strategie. Bereits im Februar hatte Mitgründer Michael Saylor angekündigt, das Unternehmen wolle seine Schulden in den kommenden drei bis sechs Jahren weitgehend durch Eigenkapital ersetzen. Die Tilgung der 2029er-Wandelanleihen ist ein erster konkreter Schritt in diese Richtung.
Dahinter steckt eine simple Logik: Anleihen müssen zurückgezahlt werden, Aktien nicht. Werden Wandelanleihen in Aktien umgetauscht oder zurückgekauft, sinkt der Schuldenstand – allerdings auf Kosten der bestehenden Aktionäre, deren Anteile verwässert werden. Der Markt scheint dies zu akzeptieren: Das neu geschaffene Vorzugsaktien-Instrument STRC verzeichnete am Donnerstag mit 1,5 Milliarden Dollar Tagesvolumen einen Rekord.
Gesamtschulden von 8,2 Milliarden Dollar – weiteres Potenzial für Rückkäufe
Trotz des milliardenschweren Rückkaufs steht Strategy weiterhin mit rund 8,2 Milliarden Dollar in der Kreide. Der Großteil der jüngsten Bitcoin-Käufe wurde über das STRC-Programm finanziert – nicht über neue Schulden. Die jüngste Akquisition: 535 BTC für 43 Millionen Dollar am vergangenen Montag.
„Strategy erwartet, die Rückkäufe mit verfügbaren Barreserven, Erlösen aus dem Aktienmarktprogramm und/oder Erlösen aus dem Verkauf von Bitcoin zu finanzieren“, heißt es in der Pflichtmitteilung.
DACH-Einordnung
Für Anleger im deutschsprachigen Raum bleibt die steuerliche Einordnung solcher Umschuldungen relevant: Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin durch Unternehmen unterliegen in Deutschland der Körperschaftsteuer – ebenso wie realisierte Kursgewinne aus Wandelanleihen. Wer als Privatanleger direkt in STRX oder STRC investiert, sollte die jährliche Freigrenze von 256 Euro für Kapitalerträge im Blick behalten (§ 20 EStG).