Trump-Xi-Treffen erschüttert Kryptomarkt: Bitcoin fällt unter
Nach zweistündigem Gipfel zwischen Trump und Xi Jinping belasten neue Taiwan-Risiken die Risikobereitschaft. Bitcoin, Solana und Ether geben nach – nur Dogecoin trotzt dem Trend.
Veröffentlicht
15. Mai 2026

Ein zweistündiges Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping hat neue geopolitische Verwerfungen offengelegt – und den Kryptomarkt massiv unter Druck gesetzt. Die anschließenden Aussagen Xis zur Taiwan-Frage ließen die Risikostimmung an den Märkten kippen. Bitcoin fiel in der Asien-Sitzung am Donnerstag erstmals seit Tagen wieder unter die runde 80.000-Dollar-Marke und wurde zeitweise bei rund 79.200 Dollar gehandelt.
Bitcoin: 82.000 Dollar bleiben harte Hürde
Der Bitcoin-Kurs gab innerhalb von 24 Stunden um 2,3 Prozent nach und notierte am Donnerstagmorgen bei 79.865 Dollar. Die wichtigste Kryptowährung entfernt sich damit weiter von der psychologischen Widerstandsmarke bei 82.000 Dollar, die sich in den vergangenen Wochen als hartnäckige Barriere erwiesen hat. Auf der Unterseite fungiert die 78.000-Dollar-Zone als kurzfristige Unterstützung. Sollte diese fallen, drohen weitere Abgaben. Analysten verweisen darauf, dass die derzeitige Abwärtsbewegung primär geopolitischer Natur sei – fundamental begründete Verkaufsgründe lägen derzeit nicht vor.
Solana verliert 5,6 Prozent – Ether schwächelt
Besonders hart traf es die nach Marktkapitalisierung fünftgrößte Kryptowährung Solana. Der SOL-Kurs brach um 5,6 Prozent auf 90 Dollar ein und gab damit den Großteil seiner Wochengewinne wieder ab. Damit gehört Solana zu den schwächsten Performern unter den Top-10-Kryptowährungen. Auch Ether zeigte sich anfällig: Die zweitgrößte Digitalwährung verlor 2,1 Prozent auf 2.250 Dollar und blickt auf ein Wochenminus von rund drei Prozent – die zweitschwächste Performance hinter Bitcoin unter den großen Coins.
BNB gab um 1,6 Prozent auf 660 Dollar nach, konnte seinen Wochengewinn aber immerhin bei 3,9 Prozent halten. XRP fiel um 1,7 Prozent auf 1,43 Dollar.
Nur Dogecoin trotzt dem Abwärtssog
Eine Ausnahme bildete Dogecoin. Die Meme-Kryptowährung schloss mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 0,1126 Dollar im grünen Bereich und legte am Freitagmorgen sogar weitere 2,9 Prozent auf 0,1147 Dollar zu. Unter den zehn größten Kryptowährungen war DOGE in den vergangenen 24 Stunden die einzige mit positivem Vorzeichen – ein klares Zeichen, dass spekulative Gelder in diesem Segment eher auf kurzfristige Impulse setzen als auf geopolitische Makrotrends.
Einordnung: Geopolitik bleibt der neue Risikofaktor
Die Entwicklung zeigt, dass der Kryptomarkt zunehmend empfindlich auf geopolitische Signale reagiert. Die Taiwan-Rhetorik Chinas wirkt dabei als unmittelbarer Stimmungsindikator für risikobehaftete Anlageklassen. Für Anleger in Deutschland und Österreich bedeutet dies: Ein intensiver Blick auf das weltpolitische Geschehen ist heute ebenso wichtig wie die klassische Chartanalyse. Steuerlich ändert sich durch die Kursbewegungen zunächst nichts, die einjährige Haltefrist für steuerfreie Privatverkäufe bleibt unberührt. Wer jedoch kurzfristig handelt, sollte die Freigrenze von 600 Euro pro Kalenderjahr (§ 23 EStG) im Auge behalten – bei raschen Schwüngen wie diesen schnell überschritten.