US-Kongress will Bitcoin-Reserve per Gesetz festschreiben
Der Gesetzesentwurf ARMA sieht eine 20-jährige Haltefrist für die BTC-Bestände des Staates vor. Die Veröffentlichung erfolgt inmitten eines deutlichen Preisrutsches.
Veröffentlicht
6. Juni 2026

Der US-Kongress hat einen Gesetzesentwurf offiziell veröffentlicht, der die strategische Bitcoin-Reserve des Landes auf eine gesetzliche Grundlage stellen soll. Die „Reserve Modernization Act“ (ARMA) würde die von Präsident Donald Trump per Exekutivanordnung errichtete BTC-Reserve für mindestens 20 Jahre festschreiben – und damit künftigen Regierungen die Möglichkeit nehmen, die Bestände ohne parlamentarische Hürden wieder abzubauen.
Ein Gesetz gegen politische Volatilität
Die Vorlage mit der Nummer H.R. 8957 stammt von den Abgeordneten Nick Begich (Republikaner) und Jared Golden (Demokrat). Sie war bereits am 21. Mai 2026 eingereicht worden, wurde aber erst am vergangenen Freitag auf den Servern des Kongresses öffentlich zugänglich gemacht. Der schlanke Text umfasst nur 19 Seiten, sein Ziel ist weitreichend: Die Reserve soll unabhängig vom jeweiligen Präsidenten und seiner Administration bestehen bleiben.
Das Gesetz sieht vor, sämtliche digitalen Vermögenswerte, die sich im Besitz von Bundesbehörden befinden, dem Finanzministerium zu unterstellen. Dort würden sie in zwei getrennten Töpfen verwaltet: einer reinen Bitcoin-Reserve und einem separaten Depot für alle anderen digitalen Assets. Ein zentrales Element ist die 20-jährige Haltefrist: Der Staat darf seine BTC innerhalb dieses Zeitraums nicht veräußern – außer in klar definierten Ausnahmefällen, etwa zur Reduzierung der Staatsverschuldung.
Um die Transparenz zu gewährleisten, schreibt der Entwurf vierteljährliche Reserveberichte und unabhängige Audits vor. Zudem sollen technische Studien prüfen, wie die Bestände ausgebaut werden können – ohne Steuererhöhungen, neue Schulden oder höhere Defizite.
Schwacher Bitcoin-Kurs als Begleitmusik
Die Veröffentlichung fällt in eine Phase erheblichen Marktdrucks. Bitcoin notierte am Freitag bei rund 60.500 US-Dollar und damit nahe seinem Jahrestief. Rund die Hälfte aller zirkulierenden BTC befindet sich Medienberichten zufolge temporär in nicht realisierten Verlusten. Analysten fragen sich, ob der Zeitpunkt bewusst gewählt wurde oder bloßer Zufall ist. Parallel dazu sorgte der Verkauf von 32 BTC durch die Firma Strategy für zusätzliche Diskussionen in der Community.
Trotz der aktuellen Schwäche signalisiert der Gesetzesvorstoß eine klare Richtung: Die USA wollen Bitcoin als strategische Reserve nicht nur besitzen, sondern institutionell zementieren. Solch ein Schritt ginge weit über eine bloße Exekutivanordnung hinaus.
Der Entwurf muss nun den üblichen parlamentarischen Weg gehen – Zuweisung an die Fachausschüsse, Debatten in beiden Kammern. Dass er überhaupt auf die Agenda gesetzt wurde, zeigt jedoch, dass die Idee einer staatlichen BTC-Reserve in Washington ernsthaft verfolgt wird. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung solcher Reserven relevant – vor allem, falls die EU unter MiCA vergleichbare Strukturen erwägt.