US-Regierung transferiert 8 BTC aus Bitfinex-Hack zu Coinbase
Die Bewegung von rund 606.000 US-Dollar in Bitcoin wird als Teil der gerichtlich angeordneten Rückerstattung an die Börse gewertet. Ein Verkauf ist unwahrscheinlich.
Veröffentlicht
18. April 2026

Die US-Regierung hat erneut Kryptowährungen auf der Blockchain bewegt. Am Dienstag transferierten die Behörden etwa 8 Bitcoin im Wert von rund 606.000 US-Dollar an die institutionelle Handelsplattform Coinbase Prime. On-Chain-Analysten von Arkham ordnen die Mittel dem größten Diebstahl in der Geschichte von Bitfinex zu.
Die transferierten Coins stammen mutmaßlich aus dem Besitz von Ilya Lichtenstein, der 2016 für den Hack der Kryptobörse Bitfinex verantwortlich war. Damals erbeutete er 119.756 BTC, was heute einem Wert von etwa 8,9 Milliarden US-Dollar entspräche. Ein Transfer zu einer Börse wird oft als Verkaufsvorbereitung interpretiert. In diesem Fall ist die Lage jedoch anders gelagert.
Gerichtlich angeordnete Rückgabe an Bitfinex
Ein Bundesgericht hat Anfang 2025 festgelegt, dass die beschlagnahmten Assets in natura an Bitfinex zurückzugeben sind. Die US-Regierung ist demnach verpflichtet, die Coins an die Börse zu überstellen, anstatt sie selbst zu liquidieren. Der aktuelle Transfer zu Coinbase Prime dürfte ein Schritt in der Umsetzung dieses Restitutionsplans sein.
Bitfinex plant, die zurückerhaltenen Mittel zunächst für die vollständige Einlösung aller ausstehenden Recovery Right Tokens (RRT) zu verwenden. Diese digitalen Ansprüche wurden an Kunden ausgegeben, die bei dem Hack Verluste erlitten. Anschließend sollen mindestens 80 % der verbleibenden Nettoerlöse für den Rückkauf und die Vernichtung des hauseigenen UNUS SED LEO-Tokens verwendet werden.
Hintergrund eines Jahrzehnte alten Falls
Lichtenstein hatte im August 2016 über 2.000 betrügerische Transaktionen autorisiert und so die damals etwa 72 Millionen US-Dollar wertigen Bitcoins erbeutet. In den folgenden Jahren wusch er die Beute durch Krypto-Mixer, Darknet-Märkte und den Tausch in andere Coins. 2022 gelang den Ermittlern die Beschlagnahmung eines Teils der BTC im damaligen Wert von 3,6 Milliarden US-Dollar. Lichtenstein wurde 2024 zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt und im Januar 2026 vorzeitig entlassen.
Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr angekündigt, beschlagnahmte Kryptowerte als Teil einer nationalen strategischen Bitcoin-Reserve zu halten. Aktuell verwaltet der Staat laut Arkham Daten Kryptowerte im Gesamtwert von über 24,5 Milliarden US-Dollar, den Großteil davon in Bitcoin.
Für Anleger im DACH-Raum ist der Fall vor allem aus regulatorischer Sicht interessant. Er zeigt, wie Behörden zunehmend in der Lage sind, illegale Transaktionen über Jahre hinweg zu verfolgen – eine Entwicklung, die auch die Aufsichtsbehörden BaFin und FMA aufmerksam verfolgen.