ZachXBT erhärtet Vorwürfe: Insider kontrollieren über 95% des
Der On-Chain-Ermittler sieht bei der Plattform LAB ein intransparentes Marktgefüge mit versteckten OTC-Deals, privaten Krediten und einer Fully Diluted Valuation von rund 6 Milliarden Dollar – und warnt Anleger vor Manipulation.
Veröffentlicht
17. Mai 2026

Der On-Chain-Ermittler ZachXBT hat seine Vorwürfe gegen das Krypto-Projekt LAB verschärft. In einem aktuellen Thread legt er detailliert dar, dass Insider mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als 95 Prozent des gesamten Token-Angebots kontrollieren. Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die vollständig verwässerte Bewertung (Fully Diluted Valuation) von LAB auf rund 6 Milliarden Dollar gestiegen ist – ein Wert, der laut ZachXBT auf einem intransparenten Marktgefüge beruht.
Bereits Anfang Mai hatte ZachXBT LAB-Gründer Vova Sadkov öffentlich Marktmanipulation vorgeworfen und eine Belohnung von 10.000 Dollar für Insiderinformationen ausgesetzt. Nun folgen konkrete Belege.
Undurchsichtige Token-Verteilung und private Deals
Ein Kernproblem des Projekts ist laut ZachXBT, dass grundlegende Informationen zur Token-Verteilung fehlen. Plattformen wie CoinGecko und CoinMarketCap zeigen unterschiedliche Float-Angaben, während LABs eigene Dokumentation „null Details" liefere. Dabei seien namhafte Investoren wie Lemniscap, OKX, Animoca, GSR, Gate, KuCoin, Mirana und Amber beteiligt – viele von ihnen zugleich mit Handelsplätzen verbunden, an denen das Token notiert ist.
Die Analyse fokussiert sich auf private Finanzierungsvereinbarungen. ZachXBT zitiert einen Kreditvertrag aus dem ersten Quartal 2026, der monatlich 7,5 Prozent Zinsen für sechs Monate vorsieht. Der Schuldner ist The Lab Management Ltd., eine Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln. Im Falle eines Zahlungsausfalls soll die Rückzahlung in LAB-Token zum „Marktpreis" erfolgen.
Seit Januar 2026 seien weitere OTC-Deals und Kredite aufgetaucht: Kredite zu 5 Prozent monatlich, OTC-Allokationen mit 60 Prozent Rabatt und einer fünfjährigen Sperrfrist, sowie ein Pitch für KOLs (Key Opinion Leader) mit 80 Prozent Rabatt, die im Gegenzug mehrfach für das Projekt werben mussten. „Diese Deals schaffen versteckte Supply-Unlocks, die der Einzelhandel nicht sehen kann", schreibt ZachXBT.
Bitget im Fokus: 226 Millionen Token transferiert
Besonders brisant sind die dokumentierten Börsenflüsse. Laut ZachXBT haben Insider im März und April 226 Millionen LAB-Token – ein großer Prozentsatz des Float – an Einzahlungsadressen der Börse Bitget gesendet. Diese Einzahlungen blieben zunächst ruhend, bis in den letzten Tagen rund 100 Millionen LAB (Wert etwa 482 Millionen Dollar) auf zehn Adressen abgezogen wurden.
ZachXBT vermutet dahinter einen unbekannten Market Maker, der über chinesische Börsen agiert und ein ähnliches Muster wie bei den Projekten RIVER, RAVE, SIREN, MYX und SKYAI verfolgt. „Es scheint, als hätte jeder private Informationen – außer dem Einzelhandel. Das Team kennt die Unlocks, der MM kennt die Positionierung, die OTC-Käufer kennen ihre Cliffs. Der Einzelhandel sieht nur den LAB-Kurs."
Keine Short-Empfehlung – und Appell an Börsen
Obwohl ZachXBT die Vorwürfe massiv zuspitzt, warnt er ausdrücklich davor, den Thread als Short-Signal zu interpretieren: „Bei dieser Kontrolle über das Angebot geben Shorts den Insidern nur noch mehr Treibstoff, um den Kurs nach oben zu manipulieren." Stattdessen fordert er Bitget, Binance und Gate auf, angebliche Insider-Gewinne einzufrieren und an Nutzer umzuverteilen – oder die Token frühzeitig zu delisten.
Für Anleger in Deutschland und der EU bleibt die steuerliche Einordnung solcher Konstellationen relevant: Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre LAB wohl kein reguläres Anlageprodukt, sondern potenziell eine systematische Marktmanipulation, die unter die BaFin-Aufsicht fallen könnte. Bis zur Klärung sind Investments in derart konzentrierte Token mit extremen Risiken verbunden.