Bitcoin nähert sich dem Ende eines 8-monatigen Abwärtskanals
Prognosen deuten auf einen möglichen Kursboden bei rund 51.000 Dollar hin, während Prognosemärkte mit einem weiteren Rückgang rechnen.
Veröffentlicht
2. Juni 2026

Bitcoin hat seit dem Rekordhoch von 126.000 Dollar einen über acht Monate andauernden Abwärtstrend vollzogen. Die Erholungsversuche an der oberen Begrenzung des Kanals bei 97.855 Dollar und später bei 83.156 Dollar sind gescheitert. Nun notiert die Kryptowährung wieder in der unteren Hälfte des absteigenden Kanals, aktuell bei rund 72.770 Dollar – ein Minus von über 12 Prozent seit der jüngsten Zurückweisung im Mai.
Descending Channel als dominante Struktur
Technisch betrachtet bewegt sich Bitcoin in einem breiten descending channel (absteigenden Kanal), der seit Oktober 2025 intakt ist. Jede größere Erholung prallte an der oberen Diagonale ab, während größere Verkaufswellen an der unteren Begrenzung eine Reaktion fanden. Der Analyst NoName verortet auf X das Ende dieses Kanals bei rund 51.291 Dollar – dies könnte den endgültigen zyklischen Tiefpunkt markieren.
„Der nächste Schritt nach unten könnte nicht nur ein weiteres normales Tief sein, sondern der finale Boden des gesamten Korrekturzyklus“, kommentierte NoName.
Prognosemärkte signalisieren weiteres Abwärtspotenzial
Auch die Prognosemärkte spiegeln diese Erwartungslage. Der Marktbetreiber Kalshi Crypto weist aktuell eine implizite Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent aus, dass Bitcoin vor Erreichen von 100.000 Dollar zunächst auf 60.000 Dollar fällt. Für einen Anstieg über 100.000 Dollar bis Januar 2027 sehen die Märkte lediglich eine Chance von 34 Prozent – ein deutlicher Rückgang gegenüber Januar 2026, als die Wahrscheinlichkeit noch bei 94 Prozent lag.
Diese Verschiebung des Marktsentiments untermauert die technische Sichtweise, dass ein weiterer Kursrückgang wahrscheinlicher ist als eine schnelle Erholung. Sollte Bitcoin die psychologisch wichtige Marke von 70.000 Dollar nach unten durchbrechen, könnte der Weg zur mittleren Kanalgrenze und darüber hinaus freigegeben werden.
Zwischenziele und Risiken auf dem Weg zum möglichen Boden
Bevor Bitcoin in den Bereich von 51.291 Dollar fällt, müssen mehrere Unterstützungszonen fallen. Die erste Hürde liegt bei rund 70.000 Dollar – die untere Kante der aktuellen Handelsspanne. Sollte sich dort eine Stabilisierung zeigen, wäre ein erneuter Anstieg in Richtung 78.000 oder sogar 83.000 Dollar möglich. Ein Bruch unter 70.000 Dollar würde das Szenario eines beschleunigten Abverkaufs jedoch konkretisieren.
Für deutsche Anleger bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant. Ein Unterschreiten der Anschaffungskosten bei Bitcoin-Beständen führt zu keiner steuerlichen Realisierung – allerdings sollte die Haltefrist von einem Jahr bei Gewinnmitnahmen beachtet werden. Wer nach einem möglichen Tief neu einsteigt, sollte die steuerliche Behandlung von Swap-Geschäften oder Derivaten im Auge behalten.
Bitcoin befindet sich an einem technischen Scheideweg. Ob der Abwärtskanal tatsächlich im Bereich von 51.000 Dollar endet oder ob sich eine Stabilisierung früher einstellt, dürfte in den nächsten Wochen entscheiden.