Bitcoin durchbricht 81.000 US-Dollar – Optionen deuten auf
Während der Makro-Kontext fragil bleibt, feiern Optionshändler den Ausbruch über 80.000 US-Dollar. Nomura-Tochter Laser Digital sieht erste Signale für eine optimistischere Marktstimmung.
Veröffentlicht
6. Mai 2026

Bitcoin hat am Dienstag im asiatischen Handel die 81.000-US-Dollar-Marke geknackt – der höchste Stand seit Ende Januar. Der Kurs stieg von 79.000 US-Dollar zum US-Handelsschluss am Montag auf über 81.000 US-Dollar, ein Wochenplus von mehr als fünf Prozent. Der Schritt belohnt vor allem jene Optionshändler, die in den vergangenen Tagen leise auf genau diesen Ausbruch gesetzt hatten.
Andere große Kryptowährungen zeigten ein gemischtes Bild. Ether hielt sich knapp über 2.379 US-Dollar (−0,1 % im Tagesvergleich, +4,0 % auf Wochensicht). XRP gab um 0,9 % auf 1,40 US-Dollar nach, Solana um 0,9 % auf 84,84 US-Dollar. BNB lag bei rund 626 US-Dollar. Dogecoin korrigierte nach der deutlichen Vorwoche um 1,0 % auf 0,1117 US-Dollar, bleibt aber mit +12,4 % auf Sieben-Tage-Sicht der auffälligste Wert – das Future-Open-Interest bewegt sich auf Jahreshöchstständen.
Ausbruch trotz trübem Makro-Umfeld
Bemerkenswert ist der Schritt vor allem, weil sich das makroökonomische Umfeld kaum verbessert hat. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran bleiben hoch: US-Zerstörer eskortierten am Montag Schiffe durch die Straße von Hormus, ein Öl-Terminal in Fujairah wurde aus der Luft attackiert. US-Präsident Donald Trump kündigte gegenüber dem Salem News Channel an, der Konflikt könne noch zwei bis drei Wochen andauern – die zuvor verkündete vierwöchige Waffenruhe bröckelt. Brent-Rohöl notierte trotz eines zunächst kräftigen Anstiegs stabil bei rund 113 US-Dollar pro Barrel, WTI nahe 104 US-Dollar. Die geopolitischen Risiken sind also keineswegs verschwunden – scheinen den Bitcoin-Kurs derzeit aber nicht mehr zu belasten.
Optionsmarkt schaltet um
Die Nomura-Tochter Laser Digital hob in einer Mitteilung an CoinDesk hervor, dass die Optionsmärkte in jüngster Zeit ungewöhnlich aktiv gewesen seien. In den vergangenen Tagen hatte die implizite Volatilität von Bitcoin auf niedrigem Niveau verharrt. Händler kauften kaum Absicherung – und wenn, dann vor allem Puts (Wetten auf fallende Kurse). Das ist das Standardverhalten in einem Markt, der mehr Absturz- als Aufschwungängste hat.
Doch unter der Oberfläche habe es leise Nachfrage nach günstigen Aufwärtswetten gegeben, schreibt Laser Digital. Händler setzten auf sogenannte Call Ratio Strategies: Sie kauften Calls, die bei moderatem Anstieg zahlen, und finanzierten diese durch den Verkauf von Calls, die erst bei einem starken Anstieg greifen. Die Strategie kostet fast nichts und profitiert von einem schleichenden Anstieg ohne plötzlichen Kursausbruch nach oben.
„Sollte der Spot-Preis einen entscheidenden Ausbruch über 80.000 US-Dollar schaffen, dürfte der derzeit negative BTC-Risk-Reversal in positives Terrain drehen“, so die Analysten.
Der Risk Reversal ist die Differenz der impliziten Volatilität zwischen gleich weit aus dem Geld liegenden Calls und Puts. Solange er negativ ist, dominiert die Angst vor fallenden Kursen. Ein Umschwenken ins Positive wäre das erste Signal, dass der Optionsmarkt tatsächlich von vorsichtig auf konstruktiv umschaltet.
Ausblick: Daten, Earnings, Zentralbanken
Alle großen Zentralbanken hatten in der Vorwoche die Zinsen unverändert gelassen – laut Laser Digital ein Faktor, der die rechte Verteilungs-Spitze der Zinserwartungen kappt und die US-Finanzierungsbedingungen im aktuellen Bereich hält. Strategy (ehemals MicroStrategy) legt am Dienstag Quartalszahlen vor, am Freitag folgen die US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls). Beide Ereignisse könnten den Bitcoin-Kurs bewegen, wenn die Überraschung groß genug ist.
Für Anleger in Deutschland bleibt die steuerliche Einordnung solcher Optionsstrategien relevant: Gewinne aus Privatgeschäften mit Krypto-Derivaten unterliegen – anders als bei direkten Bitcoin-Investments mit einjähriger Haltefrist – keiner Spekulationsfrist. Wer mit Optionen handelt, sollte die steuerlichen Implikationen im Blick behalten, insbesondere die Abgeltungsteuerpflicht bei Veräußerung oder Verfall.