Bitcoin steigt auf 72.000 US-Dollar trotz geopolitischer
Nach US-israelischen Luftangriffen und iranischen Vergeltungsschlägen gewinnt die Kryptowährung deutlich. Prognosemärkte sehen den Kurs stabil über 70.000 Dollar.
Veröffentlicht
17. April 2026

Während sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten nach Luftangriffen und Vergeltungsschlägen zuspitzten, zeigte Bitcoin eine bemerkenswerte Reaktion: Die führende Kryptowährung legte um 10 Prozent zu und stieg auf über 72.000 US-Dollar. Interessanterweise übertraf sie damit nicht nur den Technologieindex IGV, sondern auch klassische sichere Häfen wie Gold oder den US-Dollar.
Ungewöhnliche Entkopplung von Tech-Aktien
Die Bewegung ist aus mehreren Gründen bemerkenswert. Zum einen hat sich Bitcoin in dieser Phase von der Performance großer Technologieaktien entkoppelt – ein ungewöhnliches Phänomen, das bei anhaltenden Spannungen beobachtet werden sollte. Zum anderen deuten die Prognosen auf den Prediction-Marktplätzen wie Polymarket auf eine robuste kurzfristige Stimmung hin. Ein Vertrag, der auf einen Bitcoin-Kurs über 70.000 US-Dollar zum 15. April wettet, wird bereits zu 100 % mit „Ja“ gehandelt.
ETF-Zuflüsse als fundamentale Stütze
Hinter dem Kursanstieg stehen fundamentale Faktoren. Die angespannte Lage in der Straße von Hormus und steigende Ölpreise scheinen institutionelles Kapital in Richtung Bitcoin zu lenken. Dies spiegelt sich in wieder anziehenden Zuflüssen in die US-Bitcoin-ETFs wider, die eine Art Preisfuß unter der Marke von 60.000 US-Dollar bilden. Der Kontrakt für einen Kurs über 60.000 US-Dollar zum 19. April notiert bei 99,6 %.
Was Anleger im Auge behalten sollten
Bei einem Kurs von 72.000 US-Dollar ist die Erwartung eines weiteren signifikanten Anstiegs kurzfristig bereits eingepreist. Die konträre Wette wäre daher auf eine diplomatische Deeskalation, die den Aufwärtstrend bremsen könnte. Konkrete Auslöser, die den Markt bewegen könnten, sind:
- Anzeichen für einen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran.
- Verschiebungen in der Ölpolitik der Golfstaaten.
- Die täglichen Flow-Daten der BlackRock-ETF (IBIT) und anderer großer Fonds.
- Signale aus dem US-Finanzministerium zur Geldpolitik.
Für Anleger aus dem DACH-Raum bleibt die steuerliche Behandlung solcher kurzfristiger Kursgewinne relevant, die unter § 22 EStG der regulären Einkommensteuer unterliegen.