Bitcoin-Open Interest auf Fünf-Wochen-Hoch: Short Squeeze droht
Analysten warnen vor einer Liquidierungswelle, da der Derivatemarkt mit Short-Positionen überfüllt ist. Die Funding Rates sind so negativ wie seit Februar nicht mehr.
Veröffentlicht
12. April 2026

Der Bitcoin-Derivatemarkt zeigt ein klassisches Muster, das oft einem heftigen Preisanstieg vorausgeht. Der Open Interest, also das Gesamtvolumen aller offenen Futures-Positionen, erreichte mit 24,2 Milliarden US-Dollar ein Fünf-Wochen-Hoch. Gleichzeitig sind die Funding Rates auf den größten Kryptobörsen stark negativ – ein Zeichen dafür, dass Short-Positionen dominieren und die Halter dieser Positionen eine Prämie an die Long-Positionen zahlen müssen.
Analyse deutet auf überfüllte Short-Positionen hin
Die On-Chain-Analyseplattform CryptoQuant warnt in einem aktuellen Beitrag vor einer zunehmend angespannten Lage. „BTC fließt von den Börsen ab, während die Funding Rates stark negativ bleiben. Das schafft ein Umfeld mit überfüllten Short-Positionen, in dem das Potenzial für einen Short Squeeze wächst“, fasst Analyst CoinNiel zusammen. Ein solcher Squeeze würde eintreten, wenn der Bitcoin-Preis unerwartet steigt und eine Kaskade von Zwangsliquidierungen der Short-Positionen auslöst.
Die Funding Rates sind laut einem weiteren Analysten der Plattform so tief im negativen Bereich wie seit dem Preisrutsch auf Jahrestiefs Anfang Februar nicht mehr. „Vorsicht ist geboten, wenn man in der aktuellen Range Positionen aufbaut, da sie eine Zone der Nachfrage darstellt“, schreibt Gaah. Seine Einschätzung: „Bären in der Falle? Die Wahrscheinlichkeit eines Short Squeeze nimmt zu.“
Große Spekulanten setzen wieder auf Long
Interessant ist die Positionierung der großen Marktteilnehmer. Der bekannte Krypto-Trader Michaël van de Poppe wies darauf hin, dass Spekulanten mit hohem Volumen netto wieder Long auf Bitcoin stehen. „Sehr ähnlich zu früheren Fällen, in denen wir dasselbe vor einem großen Ausbruch im Jahr 2023 gesehen haben“, kommentierte er auf X. Diese Parallele könnte für eine optimistischere mittelfristige Perspektive sprechen, unabhängig von der kurzfristigen Squeeze-Gefahr.
Bislang sind die tatsächlichen Liquidierungen jedoch noch moderat geblieben. Daten von CoinGlass zeigen, dass die gesamten cross-kryptografischen Liquidierungen in den letzten 24 Stunden unter 100 Millionen US-Dollar lagen. Dies deutet darauf hin, dass der Markt die Spannung zwar aufbaut, der entscheidende Funke aber noch fehlt.
Für Anleger im DACH-Raum ist bei solch volatilen Derivatszenarien stets die steuerliche Behandlung im Blick zu behalten. Gewinne aus Futures-Handel unterliegen der Abgeltungsteuer, wobei Verluste verrechnet werden können. Die regulatorischen Rahmenbedingungen der MiCA-Verordnung werden solche hochspekulativen Produkte zudem künftig strenger überwachen.