Bitcoin bei 67.000 US-Dollar: Optionsmarkt signalisiert Risiko
Analysten warnen vor einer "negativen Gamma"-Zone. Ein Bruch unter 68.000 US-Dollar könnte automatische Verkäufe auslösen und den Kurs bis auf 60.000 US-Dollar drücken.
Veröffentlicht
3. April 2026

Geopolitische Spannungen im Nahen Osten drücken den Bitcoin-Kurs derzeit um etwa 2 Prozent auf rund 67.000 US-Dollar. Doch die eigentliche Gefahr für Anleger könnte aus einer versteckten Ecke des Marktes kommen: dem Deribit-Optionshandel.
Negative Gamma-Zone als Risikofaktor
Laut Daten von Glassnode haben Händler in den letzten Wochen massiv Put-Optionen als Absicherung gekauft, mit Ausübungspreisen zwischen 68.000 und 55.000 US-Dollar. Diese defensive Positionierung hat eine sogenannte "negative Gamma"-Zone geschaffen. In diesem Bereich sind Market Maker, die die Liquidität bereitstellen, gezwungen, ihre Absicherungsgeschäfte so zu steuern, dass sie einen bestehenden Abwärtstrend beschleunigen.
"Negative Gamma baut sich jetzt knapp unter den aktuellen Kursniveaus auf, von 68.000 US-Dollar bis hinunter in die hohen 50.000er", warnt Glassnode in seinem wöchentlichen Report.
Der Mechanismus eines beschleunigten Abverkaufs
Die Market Maker halten Short-Put-Positionen. Sinkt der Markt unter 68.000 US-Dollar, entstehen ihnen Verluste, die sie durch Leerverkäufe von Bitcoin (Short-Hedging) ausgleichen müssen. Diese automatisierten Verkäufe können den Kurs weiter nach unten drücken, was wiederum neues Hedging auslöst – ein sich selbst verstärkender Feedback-Loop.
Ein Bruch der 68.000-Dollar-Marke wäre daher nicht nur ein technisches Signal, sondern könnte die Tür zu einer Phase erzwungener Verkäufe öffnen. Glassnode sieht das Potenzial für einen raschen Rückgang bis zum 60.000-US-Dollar-Niveau, dem Tiefpunkt der Korrektur vom 5. Februar.
Dünne Liquidität verschärft die Lage
Die Situation wird durch die aktuell dünne Marktliquidität verschärft, die nach dem großen Optionsablauf am 27. März und während der Osterfeiertage typischerweise anhält. Es könnten schlicht nicht genügend Käufer vorhanden sein, um den Verkaufsdruck aus dem Options-Hedging aufzufangen. In einem solchen Szenario könnte der Rückgang deutlich unter 60.000 US-Dollar reichen.
Für Anleger im DACH-Raum unterstreicht diese Analyse, wie wichtig es ist, über die Schlagzeilen hinauszublicken. Die innere Mechanik des Derivatemarktes kann den Kursverlauf entscheidend prägen. Ein Halten über 68.000 US-Dollar würde die Spannung vorerst nehmen. Ein anhaltender Bruch darunter könnte die Kontrolle jedoch vorübergehend an automatisierten Verkaufskräften übergeben.