CLARITY Act treibt Bitcoin und XRP: Senatsausschuss stimmt zu
Der US-Senatsbankenausschuss hat das Krypto-Gesetz mit 15:9 angenommen. Bitcoin klettert auf fast 82.000 Dollar, XRP überspringt die Marke von 1,50 Dollar. Doch der Weg ins Gesetz ist noch weit.
Veröffentlicht
15. Mai 2026

Der Kryptomarkt hat am Donnerstag einen kräftigen Schub bekommen. Grund ist eine Abstimmung im US-Senatsbankenausschuss: Mit 15 zu 9 Stimmen passierte dort der lang erwartete CLARITY Act – ein Gesetzesvorhaben, das die Regulierung digitaler Vermögenswerte grundlegend neu ordnen soll.
Bitcoin legte daraufhin um rund 2,7 Prozent zu und notiert aktuell bei 81.899 Dollar. Noch deutlicher fiel die Reaktion bei XRP aus: Die Münze stieg um mehr als sechs Prozent auf über 1,50 Dollar – ein Niveau, das zuletzt im März dieses Jahres erreicht worden war.
Noch kein Gesetz – aber ein wichtiger Schritt
Trotz der Euphorie: Der CLARITY Act ist noch nicht in Kraft. Die Zustimmung des Ausschusses bedeutet lediglich, dass der Entwurf nun dem gesamten Senat vorgelegt wird. Dort wären rund 60 Stimmen nötig, um die nächste Hürde zu nehmen. Sollte das gelingen, folgen Verhandlungen mit dem Repräsentantenhaus, um die unterschiedlichen Fassungen zusammenzuführen. Erst dann könnte der Präsident das Gesetz unterzeichnen.
Die politischen Fallstricke sind nicht zu unterschätzen. Mehrere demokratische Senatoren äußerten Bedenken, ob der CLARITY Act die richtige Balance zwischen Innovation und Verbraucherschutz findet. Eingebrachte Änderungsanträge – etwa zu Stablecoin-Renditen oder Anti-Geldwäsche-Vorschriften – wurden entweder abgelehnt oder vom Vorsitzenden Tim Scott mit dem Hinweis auf formale Mängel nicht zugelassen.
Charttechnische Signale: XRP und Bitcoin im Fokus
Die Marktreaktion beschränkte sich nicht auf die Nachricht selbst. Händler beobachten nun, ob die Kurse das Momentum konservieren können. Bei XRP gilt ein Wochenabschluss oberhalb von 1,50 Dollar als potenzieller Auslöser für weitere Gewinne. Analysten nennen Ziele im Bereich von 1,65 bis 1,70 Dollar; ein bullisches Szenario könnte sogar Richtung 1,85 Dollar zeigen.
Bitcoin hingegen kämpft mit der runden Marke von 83.000 Dollar. Diese hatte sich zuletzt als harte Widerstandszone erwiesen. Am Mittwoch fiel der Kurs zwischenzeitlich unter 79.000 Dollar, bevor die CLARITY-Nachricht am Donnerstag eine Erholung auf knapp 82.000 Dollar brachte.
„Der Markt feiert den Fortschritt, aber der nächste technische Test steht unmittelbar bevor“, kommentierte ein Händler auf TradingView.
DACH-Perspektive: Was bedeutet das für Anleger hierzulande?
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt die Entwicklung des US-Rechtsrahmens relevant, da die USA oft eine Vorreiterrolle für globale Regulierungsstandards einnehmen. Sollte der CLARITY Act tatsächlich Gesetz werden, dürfte dies auch die Diskussion um die MiCA-Verordnung in der EU weiter befeuern. Bis dahin gilt: Die steuerliche Einordnung von Gewinnen aus Kryptowährungen – in Deutschland etwa nach § 23 EStG mit der Ein-Jahres-Haltefrist – bleibt vorerst unberührt. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant.