Polymarket-Streit: Hat Strategy vor dem Stichtag Bitcoin
Eine Wette über $50 Millionen wird zum Zankapfel: Strategy verkaufte 32 BTC vor dem 31. Mai, gab es aber erst am 1. Juni bekannt. Nun entscheiden UMA-Tokenholder.
Veröffentlicht
2. Juni 2026

Ein Prognosemarkt auf Polymarket mit einem Handelsvolumen von über 50 Millionen US-Dollar ist in eine Kontroverse geraten. Die Frage: Hat der Bitcoin-Treasury-Riese Strategy (ehemals MicroStrategy) bis zum 31. Mai Bitcoin verkauft? Die Antwort hängt davon ab, ob man den Zeitpunkt des Verkaufs oder den der öffentlichen Bekanntgabe als maßgeblich betrachtet.
Der Verkauf und die Diskrepanz
Strategy bestätigte am Montagmorgen, dass das Unternehmen zwischen dem 26. und 31. Mai insgesamt 32 BTC im Wert von rund 2,5 Millionen Dollar veräußert hatte – der erste Bitcoin-Verkauf seit 2022. Das Problem: Die offizielle Ankündigung erfolgte erst am 1. Juni, also nach dem Ablauf des Wettzeitraums. Auf Polymarket wurde der Markt daraufhin zunächst mit einer „Nein“-Entscheidung vorgeschlagen. „Ja“-Wetter protestierten – und legten Widerspruch ein.
Der Nutzer Voidofhype argumentierte: „Die Regeln des Marktes fragen eindeutig ‚Haben sie innerhalb des Zeitrahmens verkauft?‘, nicht ‚Gibt es eine Bestätigung, dass sie innerhalb des Zeitrahmens verkauft haben?‘“ Damit die Position der „Ja“-Seite, die derzeit bei 99,9 Prozent „Nein“ förmlich untergeht.
UMA-Votum als Schiedsrichter
Da der Lösungsvorschlag zweimal angefochten wurde, geht die Endentscheidung nun an die Inhaber des UMA-Tokens – der nativen Kryptowährung des Orakels, das Polymarket zugrunde liegt. Dieses Verfahren kam bereits in der Vergangenheit zum Einsatz, etwa bei einer 237-Millionen-Dollar-Wette darüber, ob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj innerhalb eines bestimmten Zeitraums einen Anzug tragen würde.
Polymarket selbst kann nicht eingreifen, lieferte aber über das Bulletin-Board auf der Marktseite „zusätzlichen Kontext“ für die UMA-Wähler: „Keine Informationen von MSTR, On-Chain-Daten oder ein Konsens glaubwürdiger Berichterstattung bestätigten, dass MicroStrategy Bitcoin innerhalb des Marktzeitrahmens verkauft hat“, heißt es dort. „Eine Bestätigung außerhalb des Marktzeitrahmens ist nicht gültig.“
Offene Fragen und Folgen
Andere Märkte, die den Bitcoin-Verkauf von Strategy bis zum 30. Juni beziehungsweise 31. Dezember abfragten, wurden ohne Streit mit „Ja“ beendet. Der Mai-Markt hingegen bleibt vorerst in der Schwebe – die endgültige Prüfung kann laut Regeln bis zu zwei Tage dauern.
Das Beispiel zeigt deutlich die Herausforderungen dezentraler Prognosemärkte, wenn Realitäten nicht sauber in binäre Fragen passen. Für Anleger hierzulande, die etwa Polymarket oder ähnliche Plattformen nutzen, bleibt die Frage nach der rechtlichen Einordnung solcher Wettausgänge relevant – insbesondere mit Blick auf mögliche steuerliche Konsequenzen bei Gewinnen aus solchen Märkten.