Telegram übernimmt TON-Kontrolle: Toncoin schießt 30% hoch
Pavel Durov macht Telegram zum größten Validator im TON-Netzwerk. Meme-Coins wie Dogs und Notcoin legen massiv zu – allerdings von historischen Tiefs aus.
Veröffentlicht
6. Mai 2026

Telegram greift nach der Kontrolle über das TON-Ökosystem. Firmengründer Pavel Durov kündigte an, dass sein Unternehmen künftig als größter Validator des Netzwerks auftreten wird. Die Ankündigung ließ Toncoin innerhalb von 24 Stunden um mehr als 30 Prozent auf 1,84 Dollar steigen – die Marktkapitalisierung kletterte auf 4,5 Milliarden Dollar. Das Handelsvolumen schoss um 600 Prozent auf über 630 Millionen Dollar in die Höhe.
Doch hinter dem Kursfeuerwerk verbirgt sich eine strategische Neuausrichtung. Telegram will nicht länger nur Plattform für TON-basierte Anwendungen sein, sondern das Netzwerk aktiv technisch vorantreiben. Ein überarbeitetes ton.org, neue Entwicklerwerkzeuge und Performance-Upgrades sollen innerhalb von zwei bis drei Wochen kommen.
Meme-Coins im Rausch – mit Vorsicht zu genießen
Die Rallye erfasste vor allem die Meme-Token des Ökosystems. Deren kombinierte Marktkapitalisierung stieg laut CoinGecko um 67 Prozent an einem einzigen Tag. Notcoin, der durch Telegram-Mini-Apps bekannt gewordene tap-to-earn-Token, legte 26 Prozent zu. Dogs, ein Community-Token, schoss um über 90 Prozent nach oben.
Wer hier jedoch von einer Trendwende träumt, sollte die Vorzeichen genau prüfen. Der vermeintliche Ausbruch bei Dogs folgte auf einen Absturz von rund 96 Prozent unter das Allzeithoch. Notcoin notiert mit 0,0004 Dollar rund 98 Prozent unter seinem Höchststand von 0,029 Dollar. Die Gewinne sind also prozentual imposant – absolut betrachtet aber ein Tropfen auf den heißen Stein.
Noch extremer fielen die Sprünge bei Kleinstwerten aus: Morfey explodierte um fast 1000 Prozent, Resistance Duck um 645 Prozent, Cubigator um 390 Prozent. Solche Bewegungen sind typisch für Nischen-Token in spekulativen Phasen – bergen aber auch enormes Verlustrisiko.
Einordnung für Anleger im DACH-Raum
Telegrams Schritt ist strategisch klug: Wer das Validator-Netzwerk dominiert, hat erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Ökosystems. Für Anleger hierzulande bleibt jedoch die steuerliche Einordnung dieser Entwicklungen relevant. Gewinne aus Kryptowährungen unterliegen der Spekulationsfrist von einem Jahr nach § 23 EStG – wer innerhalb dieser Frist Veräußerungsgewinne realisiert, muss diese versteuern. Die aktuellen Kurssprünge bei Meme-Coins mögen verlockend wirken, doch bei Werten, die bereits 96 bis 98 Prozent unter ihren Höchstständen notieren, handelt es sich um hochspekulative Wetten, nicht um fundamentale Investments.