XRP: Bollinger-Bänder-Squeeze signalisiert Richtungsentscheid
Der Token notiert unter 1,40 Dollar. Analysten sehen eine Kompression der Volatilität – und warten auf einen Ausbruch über 1,50 oder unter 1,29 Dollar.
Veröffentlicht
20. Mai 2026

Der Druck auf XRP nimmt zu. Mit einem Minus von sechs Prozent in den vergangenen sieben Tagen hat der Token die runde Marke von 1,40 Dollar nach unten durchbrochen und notiert aktuell bei rund 1,37 Dollar. Der Rückgang reiht sich ein in die allgemeine Schwäche am Kryptomarkt, doch technische Analysten sehen Anzeichen für eine bevorstehende Trendwende – zumindest kurzfristig.
Engster Bollinger-Bänder-Squeeze seit über einem Jahr
Der Marktbeobachter Ali Martinez hat auf X (ehemals Twitter) auf ein ungewöhnliches Signal hingewiesen: Auf dem 3-Tages-Chart von XRP zeige sich der engste Bollinger-Bänder-Squeeze seit mehr als zwölf Monaten. Bollinger-Bänder messen die Volatilität eines Assets. Wenn sie sich zusammenziehen, deutet das auf eine Phase geringer Schwankungsbreite hin – oft gefolgt von einer explosionsartigen Ausweitung.
Martinez spricht in diesem Zusammenhang von einer „No-Trade-Zone“. Statt zu spekulieren, rät er abzuwarten, bis sich die nächsten Kerzen klar außerhalb der Kompressionszone schließen. Konkret nennt er zwei Niveaus: 1,50 Dollar nach oben und 1,29 Dollar nach unten. Ein sauberer 3-Tages-Schlusskurs oberhalb von 1,50 Dollar wäre für ihn ein bullishes Signal mit Kursziel 1,80 Dollar. Ein Bruch unter 1,29 Dollar hingegen würde die bullische These entkräften und den Weg für einen Rückfall bis auf 1,00 Dollar freimachen.
Regulatorische Perspektive: Der CLARITY Act als möglicher Katalysator
Die Entwicklung von XRP hängt neben der Charttechnik auch von politischen Rahmenbedingungen ab. Der Marktexperte Sam Daodu verweist auf den CLARITY Act, der Mitte Mai den Bankenausschuss des US-Senats mit 15 zu 9 Stimmen passierte. XRP reagierte damals mit einem Sprung auf 1,54 Dollar. Daodu zufolge könnte eine Abstimmung im gesamten Senat im Juni die Erwartung befeuern, dass das Gesetz noch vor der Frist am 4. Juli die Unterschrift des Präsidenten erhält.
Sollte dieser Fahrplan Bestätigung finden, könnte XRP die Hürde bei 1,44 bis 1,45 Dollar überwinden – jene Zone, die zuletzt als Verkaufswall diente und Kursgewinne nach oben begrenzte. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde laut Daodu den Weg in Richtung 2,00 Dollar freimachen.
Was das für Anleger im DACH-Raum bedeutet
Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant. Solange XRP in Deutschland als privates Wirtschaftsgut gilt, greift die einjährige Haltefrist nach § 23 EStG. Wer innerhalb dieses Zeitraums verkauft, muss Gewinne versteuern. Ein schneller Ausbruch oder Rücksetzer könnte daher nicht nur charttechnisch, sondern auch steuerplanerisch Konsequenzen haben.