SEC unter Trump: Kurswechsel in der Krypto-Regulierung nach
Unter Vorsitzendem Paul Atkins setzt die US-Börsenaufsicht auf weniger Strafverfolgung, mehr ETF-Genehmigungen und eine klare Abgrenzung zu Wertpapieren.
Veröffentlicht
21. April 2026

Am 21. April 2025 wurde Paul Atkins als neuer Vorsitzender der US-Börsenaufsicht SEC vereidigt. Seitdem hat die Behörde ihre Position zur Regulierung und Durchsetzung bei digitalen Vermögenswerten deutlich verändert – ein klarer Bruch mit der Ära des vorherigen Vorsitzenden Gary Gensler.
Die Wende war ein zentrales Wahlversprechen von Präsident Donald Trump gewesen. Nach seinem Wahlsieg im November 2024 trat Gensler im Januar 2025 zurück. Noch vor Atkins' Bestätigung durch den Senat signalisierte die interimistische Führung unter Mark Uyeda den neuen Kurs: Die SEC ließ Strafverfahren fallen, darunter einen prominenten Fall gegen Coinbase im Februar 2025, und richtete eine interne Krypto-Taskforce unter Kommissarin Hester Peirce ein.
Ein Jahr der regulatorischen Entspannung
Die ersten zwölf Monate unter Atkins sind von einer Politik geprägt, die weithin als förderlich für die Krypto- und Blockchain-Branche angesehen wird. Neben dem Abschluss alter Enforcement-Verfahren hat die Behörde mehrere börsengehandelte Fonds (ETFs) für verschiedene Krypto-Assets genehmigt. Zudem unterzeichnete sie eine Vereinbarung mit der Rohstoffaufsicht CFTC zur besseren Koordination und veröffentlichte eine interpretative Mitteilung, die klarstellt, dass die meisten Kryptowährungen nicht als Wertpapiere nach Bundesrecht behandelt werden.
„Ein Jahr vergeht schnell, aber wir haben enorme Fortschritte gemacht“, sagte Atkins kürzlich in einem CNBC-Interview. „Wir haben uns von der alten Praxis der Regulierung durch Strafverfolgung und der Undurchsichtigkeit der Behörde abgewandt.“
Kritik aus den eigenen Reihen
Während die Industrie den Kurswechsel begrüßt, steht Atkins zunehmend unter Beschuss von demokratischen Politikern. Sie werfen der SEC unter seiner Führung vor, Interessenkonflikte zu haben, insbesondere weil eingestellte Ermittlungen auch Unternehmen betrafen, die mit Trump und seiner Familie verbunden sind.
Zuletzt beschuldigte die einflussreiche Senatorin Elizabeth Warren den SEC-Chef, den Kongress in seiner Zeugenaussage im Februar getäuscht zu haben. In einem Brief verwies sie auf SEC-interne Daten, die für das Haushaltsjahr 2025 die niedrigste Zahl von Enforcement-Maßnahmen seit einem Jahrzehnt ausweisen.
Für den deutschsprachigen Raum unterstreicht diese Entwicklung die Bedeutung einer klaren, vorhersehbaren Regulierung. Während die EU mit MiCA ihren eigenen Rahmen schafft, zeigt der US-Kurswechsel, wie sehr politischer Wille die Spielregeln für globale Anleger verändern kann. Die steuerliche Behandlung von Krypto-Transaktionen gemäß § 22 EStG bleibt für deutsche Investoren dabei eine konstante Größe.