Strategy-Aktie stürzt ab: Erster Bitcoin-Verkauf seit 2022
MSTR verliert über 9 Prozent an einem Tag, nachdem das Unternehmen erstmals seit drei Jahren Bitcoin verkauft hat – trotz Analysten-Kursziel von 400 Dollar.
Veröffentlicht
3. Juni 2026

Die Aktie des Bitcoin-Schwergewichts Strategy (MSTR) ist am Dienstag um mehr als neun Prozent eingebrochen und schloss bei 136,08 US-Dollar. Auslöser war der erste Bitcoin-Verkauf des Unternehmens seit 2022 – ein symbolträchtiger Schritt, der die Märkte verunsicherte.
Strategy hatte am Montag 32 BTC verkauft, umgerechnet rund 2,5 Millionen Dollar. Zwar hatte Unternehmensgründer Michael Saylor diesen Schritt bereits angedeutet, und die Menge ist gemessen am Gesamtbestand von über 56 Milliarden Dollar verschwindend gering. Doch die Botschaft wiegt schwer: Erstmals seit dem Bärenmarkt 2022 trennt sich der größte bekannte Bitcoin-Halter von einem Teil seiner Bestände.
Markt zweifelt an Strategie
Der Kursrutsch setzt einen Abwärtstrend fort: MSTR hat in den vergangenen fünf Handelstagen fast 15 Prozent verloren, im Monatsverlauf sogar über 23 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt mehr als 70 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 457,22 Dollar.
Analysten bleiben dennoch optimistisch. TD Cowen bekräftigte am Montag sein Kursziel von 400 Dollar – ein potenzielles Plus von knapp 200 Prozent. Das Papier hatte zuletzt im August 2024 auf diesem Niveau notiert.
Doch die Gegenwinde sind unübersehbar: Der Bitcoin-Kurs selbst ist zuletzt um fast sechs Prozent auf rund 67.288 Dollar gefallen und liegt mehr als 46 Prozent unter seinem Allzeithoch von 126.080 Dollar. Solange die Mutterwährung schwächelt, bleibt auch Strategies Aktie unter Druck.
Krypto-Aktien im Sog des Marktes
Der Ausverkauf erfasste am Dienstag zahlreiche Krypto-Titel. Die Börse Coinbase (COIN) verlor über 4,5 Prozent und schloss bei 173,99 Dollar. Auf Jahressicht beträgt das Minus bereits mehr als 23 Prozent. Das Analysehaus Compass Point senkte das Kursziel sogar auf 140 Dollar – ein weiteres potenzielles Minus von 19 Prozent.
Noch härter traf es kleinere Werte: Der Ethereum-Schatzhalter BitMine (BMNR) gab 4,6 Prozent nach, Sharplink (SBET) verlor 6,1 Prozent. Der Bitcoin-Miner CleanSpark (CLSK) fiel um 6,5 Prozent, der BTC-Dienstleister Fold (FLD) um 8,4 Prozent auf nur noch 0,87 Dollar.
Signal oder Betriebsgeräusch?
Die entscheidende Frage für Anleger: Handelt es sich bei Strategies Mini-Verkauf um ein singuläres Ereignis oder den Beginn einer strategischen Neuausrichtung? Dass Saylor zuvor den Verkauf von Bitcoin zur „Inoculation des Marktes“ ins Spiel gebracht hatte, deutet darauf hin, dass das Unternehmen flexibler agieren will. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung solcher Transaktionen nach § 23 EStG relevant – insbesondere bei Haltefristen und Veräußerungsgewinnen.